Hallertau-Gymnasium Wolnzach
Am Samstag, den 26.06.2010 um 22.15 Uhr brachen 27 Schüler des HGW zusammen mit ihren Lehrkräften, Herrn Kirmaier und Frau Nosko, nach Südfrankreich auf. Nach 14 Stunden äußerst anstrengender Busfahrt kamen wir schließlich am antiken Theater in Orange an, machten einen kleinen Rundgang durch die Stadt und genossen erstmals die weiche Luft und den Duft der Provence. Nachmittags wurden die Quartiere im Hotel „Cesar“ in Nimes eingeteilt und bezogen, gerade rechtzeitig, um in der Bar nebenan das WM-Spiel Deutschland gegen England begeistert mitzuverfolgen. Die wenigen Engländer, die uns Gesellschaft geleistet hatten, verließen nach dem Abpfiff fluchtartig das Lokal, wir dagegen feierten den deutschen Sieg später in einem irischen Pub mitten im historischen Stadtzentrum weiter. Am Montag fand eine detaillierte Erkundung der Stadt auf den Spuren der Römer statt. Außerdem wurde der „Jardin de la Fontaine“ (eine barocke Gartenanlage rund um die antiken Stätten) besichtigt. Nachmittags wurde den Schülern freigestellt, ob sie mit den Zug nach Montpellier oder an den Strand fahren wollten. Die Montpellier-Fahrer, einschließlich der beiden Lehrer, schlossen den Tag mit einem gemeinsamen Crepes-Essen und einem Go-Kart-Rennen ab, ein erstes Highlight dieser Fahrt, das uns allen riesigen Spaß gemacht hat. Manche verloren hierbei ihre natürliche Scheu vor dem Lehrkörper und rammten und überholten charmant, aber hemmungslos im Kampf um die besten Rundenzeiten. Am darauf folgenden Tag fuhren wir in die „Kleinen Alpen“ zur mittelalterlichen Burganlage von Les Baux. Die Fahrt ging weiter nach Avignon, wo wir die Stadt, den Papstpalast und den Pont d’Avignon besichtigten und ein ausgezeichnetes Couscous-Gericht genossen. Zu guter Letzt brachte uns der Bus zum Weinmuseum von „Chateauneuf-du-Pape“, wo wir einen detaillierten Vortrag zu Weinen der Provence erhielten. Sehr zu unserem Leidwesen durften nur die Lehrer an der Weinprobe teilnehmen, die französischen Gesetze sind in dieser Beziehung sehr streng, dennoch hat man auch uns Schülern den berühmten Wein verkauft, den wir als Geschenk für unsere Eltern mitnahmen. Konsequent ist dies freilich nicht! Am Mittwoch brachen wir zur Stadt Arles auf. Zunächst erkundeten wir die Konstantins-Thermen, anschließend die Arena, das Theater und den Kreuzgang St.Trophime. Abschließend konnten wir uns auf dem Markt mit Köstlichkeiten für unser späteres Picknick am Meer versorgen. Nachmittags rollten die Räder des Busses in die Camargue, wo „Aigues Mortes“, berühmt für das „Fleur de Sel“, besichtigt wurde und wir uns mit weiteren Souvenirs eindecken konnten. Der Höhepunkt des Tages war erreicht, als der Ort Stes-Maries-de-la-Mer angesteuert wurde, wo wir die Gelegenheit hatten, uns an einem herrlichen Sandstrand auszuruhen und durch ein erfrischendes Bad im Meer abzukühlen. Auf der Rückfahrt verkosteten wir Stierwurst und einen winzigen Schluck harmonisch darauf abgestimmten Aperitif-Wein. Tags darauf lernten wir Uzes, ein fast Italienisch anmutendes Städtchen, kennen, wo wir die Kirche und das mittelalterliche Stadtzentrum besichtigten. Im Anschluss daran befuhren wir mit Kajaks den „Gordon", einen Wildbach, in dem wir mehrmals ein erfrischendes Bad nahmen. Nein, wir sind nicht gekentert, obwohl es gar nicht so leicht, um nicht zu sagen unmöglich war, die Kajaks geradeaus zu steuern. Vielmehr haben wir ordnungsgemäße Verschnaufpausen gemacht, um von Klippen und von Bäumen zu springen und die Fische zu ärgern. Mit Blick auf den Pont du Gard genossen wir abermals ein Picknick mit französischen Spezialitäten. Am Freitag fuhren wir über Aix-en-Provençe an die Cote d Azure, wo wir im Hafen von Cassis unseren kulinarischen Höhepunkt erlebten, ein Dreigängemenü mit zwei weiteren kleinen Zwischengängen und einem unbeschreiblichen Dessert zum Abschluss, das nicht auf der Karte zu finden war und das nur wir vom Küchenchef serviert bekamen. Für Feinschmecker ist die Provence mehr als eine Reise wert! Nach einer Schifffahrt in die Calanques kühlten wir uns am Steinstrand von Cassis noch einmal im Meer ab, bevor es zurück nach Nîmes und ans Kofferpacken ging. Am Samstag kamen einige von uns nur schwer aus den Betten, hatten sie am letzten Abend doch die lange und intensive Bekanntschaft mit einem Argentinier gemacht, der uns auf der Heimfahrt per SMS über den aktuellen WM-Spielstand informierte. Bei einem Zwischenstopp auf einem italienischen Rastplatz erlebten wir sogar das 2:0 und das 3:0 der deutschen Mannschaft mit. Der Bus benötigte erneut etwa 15 Stunden, um die Strecke von Nîmes über die Cote d Azur, Monaco, Genua, Verona und Innsbruck zurück nach Wolnzach zu bewältigen, 17 Stunden guter Laune, für die nicht zuletzt unser DJ Florian gesorgt hat. 
 
Michael Holaschke, Sebastian Lorenz, Renate Nosko
Fotos. R. Nosko

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