Seit letztem Schuljahr gibt es am HGW das Projekt „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ . Das Projekt , dem deutschlandweit über 1000 Schulen angehören, ist eines der größten Schulnetzwerke. Ziel ist es, dass sich Schüler für Schüler einsetzen, um zum Beispiel Rassismus, Ausgrenzung oder Mobbing zu verhindern.
Nach einem umfangreichen Informations- und Unterschriftenprojekt im letzten Schuljahr und der erfolgreichen Suche nach einem Paten, dem Blues-Musiker Christian Willisohn,  findet seit letzter Woche eine Projektwoche statt, mit Veranstaltungen in den Bereichen Deutsch, Film, Kunst, Musik und Sport. Am heutigen Dienstag, dem 05.02.2013 wurde dem HGW  in der Aula des Gymnasiums  von Herrn Schneider-Koenig, Fachbereichsleiter "Politische Bildung" am Pädagogischen Institut München, der offizielle Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ verliehen.
 
Im Folgenden veröffentlichen wir in Auszügen die Begrüßungsrede des Schulleiters, Herr Erich Schlotter.


Auf der Startseite von „SOR –SMC“ steht das Hallertau-Gymnasium Wolnzach heute an oberster Stelle. Heute wird uns der Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ verliehen, als jüngste von 1.182 Schulen bundesweit und von 175 in Bayern. Wöchentlich kommen neue Schulen hinzu, die Sogwirkung dieser Aktion ist ungebrochen. 

Wie ist diese Aktion bei uns entstanden?
 
Im Oktober 2011 wurde ich bei dem jährlich stattfindenden SMV – Seminar in der Oase Steinerskirchen darüber informiert, dass ein Arbeitskreis den Titel „Schule ohne Rassismus“ für das Hallertau-Gymnasium erringen wolle. Der AK war über die erforderlichen Bedingungen gut informiert, war hoch motiviert und war auch auf meine Frage: „ Und wie schaut´s mit der Nachhaltigkeit aus?“ um eine schlüssige Antwort nicht verlegen.
 
Im Schuljahr 2011/12 wurden dann die Mitglieder des Arbeitskreises ausgesprochen aktiv: Alle Jahrgangsstufen wurden altersgemäß in vielen Veranstaltungen für das Thema „Rassismus“ sensibilisiert und in einer Unterschriftenaktion haben sich weit mehr als 70% der Schülerinnen und Schüler, der Lehrkräfte und des Verwaltungspersonals zu den Zielen des Projektes bekannt. Und schließlich wurde mit viel Geduld und Beharrlichkeit auch ein passender Pate für die Aktion gewonnen: der Bluessänger Christian Willisohn aus Rohrbach!
Damit waren alle Hürden für die Auszeichnung geschafft. Heute wird dem HGW der Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ verliehen. Eigens dafür ist aus München Herr Schneider-König gekommen.
 
In den letzten Tagen wurden in allen Jahrgangsstufen aufwändige Projekte im Sinn der Aktion „Schule ohne Rassismus“ in den Fächern Kunst, Sport, Musik und Deutsch durchgeführt, die vom AK „SOR“ vorbereitet und durchgeführt wurden, unterstützt durch erfahrene Lehrkräfte.
 
Ich bin als Schulleiter äußerst beeindruckt, mit welchem Ideenreichtum und Engagement und mit welcher Ausdauer sich die Mitglieder des Arbeitskreises hier einbringen. Ich möchte Ihnen namentlich alle Mitglieder des Arbeitskreises nennen:
 
Melanie Baulig, Marco Gökmen, Rene Gökmen, Philipp Gottwald, Annabell Hoffmann, Tobias Krüger, ,Sophie Leutgeb, Eva Linn, Jo-Ann Oswald, Melina Rumpf und als Leiter Paul Mader und Natascha Hochmuth.
 
Ich bedanke mich bei euch im Namen der Schulgemeinschaft sehr herzlich.
 
Wie geht es weiter? Worauf lassen wir uns ein?
 
Das Selbstverständnis einer SOR-Schule wird auf dem Internetauftritt wie folgt charakterisiert:
 
1.   Ich werde mich dafür einsetzen, dass es zu einer zentralen Aufgabe meiner Schule wird, nachhaltige und langfristige Projekte, Aktivitäten und Initiativen zu entwickeln, um Diskriminierungen, insbesondere Rassismus, zu überwinden.
2.   Wenn an meiner Schule Gewalt, diskriminierende Äußerungen oder Handlungen ausgeübt werden, wende ich mich dagegen und setze mich dafür ein, dass wir in einer offenen Auseinandersetzung mit diesem Problem gemeinsam Wege finden, zukünftig einander zu achten.
3.   Ich setze mich dafür ein, dass an meiner Schule einmal pro Jahr ein Projekt zum Thema Diskriminierungen durchgeführt wird, um langfristig gegen jegliche Form von Diskriminierung, insbesondere Rassismus, vorzugehen.
 

Mir erscheint die 2. Regel als die wichtigste:

Wenn an meiner Schule Gewalt in Worten und Taten ausgeübt wird, wenn ich einen Mitschüler sehe, der von anderen beleidigt, gehänselt, gemobbt wird, wenn ich erkenne, dass mein Nachbar leidet, wende ich mich dagegen und setze mich dafür ein, dass wir achtsam miteinander umgehen.  

Dies ist die große Herausforderung für uns alle, für Schüler, Lehrer, Eltern. Einzelne Projekte sind wichtig und gut. Diese dürfen nicht vergessen werden. Es wäre daher sehr schön, wenn die Schülermitverantwortung einen Arbeitskreis „SOR“ dauerhaft einrichtete.
 
Aber der tägliche, der alltägliche gute Umgang miteinander ist das Wichtigste und Wertvollste: Der achtsame Umgang mit jedem hier an der Schule muss selbstverständlich werden. Wenn wir das lernen, haben wir die heutige Auszeichnung wirklich verdient!

 

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Bericht in hallertau.info


2013_02_05
patzak